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Entstehung der Postleitzahlen
Zwar gibt es die Postleitzahl erst seit 1941 offiziell in Deutschland, doch schon 1853 war die Thurn-und-Taxis-Post mit ihren Ringnummernstempeln ein Vorreiter der heutigen Postleitzahlen. Der tatsächliche Bedarf von Postleitzahlen tauchte auf, als im Zweiten Weltkrieg eine regelrechte Flut von Feldpostsendungen und Feldpostpäckchen auftrat. Die Postboten welche sonst die Post verteilten und wussten, wo sich welche Straße befand, waren bereits eingezogen und mit Laien ersetzt worden, die nur mangelhaft bis gar nicht wussten, wo die Post hingehörte. Da Briefe und Pakete so mit gewaltigen Verspätungen eintrafen – wenn sie es denn überhaupt taten - gab das Reichspostministerium am 25. Juli 1941 die Einführung von Päckchenleitgebieten bekannt. Dabei wurde das damalige Deutschland in 24 Bereiche eingeteilt die von 1 - 24 reichten und teilweise noch mit zusätzlichen Zeichen (a, b, c, ...) versehen waren.


Auch nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde das vorhandene Postleitzahlensystem beibehalten, allerdings fielen einige Gebiete weg, da diese nicht mehr zu Deutschland gehörten. Mitte der 50er-Jahre wurde immer öfter darauf verzichtet die Postleitzahlen auf Briefen anzugeben, weshalb es von der Post aus Überlegungen gab, diese wieder vollständig zu entfernen. Das wurde später aber abgetan.
Es gab mehrere Versuche von einem neuen, funktionierenden System, doch fanden nicht alle immer Anklang. So wurde über die Postämter ein System entwickelt, so dass von 24.000 Postleitzahlen nur noch 6.500 existierten und stattdessen angegeben wurde, welches zuständige Postamt diesen Brief zustellen sollte. Da aber über die Hälfte der Bevölkerung dieses System scheinbar abzulehnen schien, musste schnell ein neues her.
Ein ähnliches Prinzip wurde dann auch beim Paketdienst versucht, so dass die Oberpostdirektionen die Ziffern 1 - 20 und die jeweils zugehörigen Postämter die Buchstaben A - Z zugeteilt bekamen (eine Ausnahme bildeten I, O und Q, da diese mit Ziffern leicht zu verwechseln sind). War das Alphabet zu Ende, wurde eine Kombination aus Zahl - Buchstabe - Zahl genommen, die das jeweilige Postamt betitelte.
Später wurde dieses System dann nicht nur für Pakete sondern auch für Briefe und Schreibpost angewandt. Zu den vergebenen Zahlen 1 bis 20 für die Oberpostdirektionen kamen zwei weitere hinzu. Zum einen die Nr. 21 für Berlin und die 22 für Saarbrücken. Außerdem wurde das zweistellige Postleitzahlensystem in den 60er-Jahren vollständig außer Kraft gesetzt.


Einen erneuten Umschwung gab es am 23. März 1962, der vom damaligen Bundespostminister Richard Stücklen kam. Für Ost und West wurden sogenannte Leitzonen eingeteilt, die in bis zu zehn Leiträume unterteilt waren. Diese wiederum wurden in bis zu zehn Leitbereiche unterteilt. So ergab sich eine dreistellige Zahlenkombination. Die vierte Zahl gab letztendlich den Ort an, der sich im entsprechenden Leitbereich befand. Endete eine Zahlenkombination auf eine Null, so wurde diese einfach weggelassen, so dass es dann unterschiedlich lange Postleitzahlen gab (2 Hamburg, 53 Bonn, 318 Wolfsburg). Die DDR schloss sich diesem System der Bundesrepublik an, vergab allerdings seine eigenen Nummern. Allerdings war mindestens jede Postleitzahl zweistellig. Große Städte bekamen sogar mehrere Postleitzahlen zugeordnet. Aufgrund der Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung nahm 1979 schließlich auch die DDR das vierstellige Postleitzahlsystem, so dass nun lauter doppelte Postleitzahlen existierten. So wurde eine spezielle Kennung angegeben (ein X vor der Postleitzahl), die Postleitzahlen der DDR bzw. der Sowjetzone markiert hat. Später gab es noch weitere Kennungen wie eine Null (0-) für Übersee und das Ausland, ein D- für die Bundesrepublik und ein DDR- für die DDR.
Nach der Wiedervereinigung gab es schließlich viele Unstimmigkeiten in den zwei Systemen, die zu dem Zeitpunkt zu einem System wurden. So wurden kurzerhand zwei weitere Kennungen eingeführt (O- für Osten und W- für Westen), die eine eindeutige Bezeichnung eines Ortes garantieren sollten, da viele Orte unterschiedliche Postleitzahlen hatten und viele gleiche Postleitzahlen unterschiedliche Orte beschrieben. Dies sollte solange helfen, bis ein neues Postleitzahlensystem entwickelt wurde.


Erst wurde angedacht, einfach nur die doppelten Postleitzahlen zu ersetzen, doch gab es hier Komplikationen, so dass es nicht möglich war Briefsortierungen für Stadtteile oder Postgroßempfänger vorzusortieren. So beschloss der Vorstand der Deutschen Bundespost Postdienst am 24. Oktober 1991 ein komplett neues, fünfstelliges System. Hierbei orientierten sie sich an Ländern wie Frankreich, Niederlande oder Schweden.
Bei dem neuen System wurden die Leitregionen des bisherigen Postleitzahlensystems übernommen, weshalb die meisten Ziffern der großen Städte und Ballungsräumen gleich blieben. So war die Grundlage geschaffen, dass die Briefverteilung automatisiert und innerhalb von zwei Durchgängen an den Zusteller geliefert werden konnte. Durch fünf statt vier Stellen in der Zahlenabfolge ist so eine große Reserve an Zahlenkombinationen entstanden, die nicht nur für übliche Postzahlen verwendet werden können, sondern auch an Großempfänger und Postfächer ausgegeben werden können. So sind aktuell etwa 30.000 Postleitzahlen in Benutzung von etwa 100.000 möglichen Kombinationen.
Die letzte, größere Änderung war 2001 in Leipzig, als im Zuge der Eingemeindung neue Postleitzahlen an die hinzugekommenen Ortsteile vergeben wurden.
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